Recover This May Be The Year I Disappear

1.Night Of The Creeps / 2.Simple / 3.Disappear / 4.Slower / 5.Fuck Me For Free / 6.L.A. / 7.Crashed / 8.Push Push / 9.Light Up The Night / 10.Once In A While / 11.My Only Cure / 12.Big Choruses

Langsam aber sicher wird es warm in Deutschland, die Sonne prallt auf den Asphalt und du läufst mit deinem MP3-Player in der Tasche durch die Stadt und willst Musik, und zwar laut! Was käme da besser als frisch-fröhliche Emo-Scheiße aus Amiland?
Naja gut... das ist ja nun jedem selbst überlassen, was er im Juli beim Stadtbummel so auf die Ohren braucht. Schlecht machen sich Recover allerdings nicht zur hitzigen Jahreszeit. Wir haben es hier mit vier jungen Männern zu tun, die sich an eingängigen Melodien, verpackt in Schrei-Refrains und altbekanntes Riff-Geschrammel versuchen. Das darf man dann ohne Umwege "Screamo" nennen. Die drei Songs auf der Homepage machen durchaus Lust auf mehr, besonders "Disappear" haut kräftig in die Schnauze und rockt sich ganz locker in den Arsch. Da möchte man glatt die Welt in gold-gelbes Licht tauchen und sein Skateboard aus dem Armzipfel zaubern. Auch die Hörbeispiele "Simple" und "Crashed" sind keine musikalischen Höchstleistungen, überzeugen aber durch mitreißenden Gesamtklang und fetten Sound. Den behält man dann auch auf dem Langspieler weiter, ist klar, und so kann man sich "This May Be The Year..." gut und gerne mal drücken. Innovation sucht man bei Recover allerdings vergeblich. Die Texte wirken oft dumpf und oberflächlig, da purzeln dauernd Sachen wie "fall in love", "summer", "sex" oder gar "summersex" raus. Spätestens bei "Nanana, nananaaaa!" schaut der Musikliebhaber kurz verdutzt auf und fragt nach Sinn. Das Bandstimmchen ist nun leider auch nicht die Kanone, als könnte er das alles mit seinem Gesang wieder rausholen. Die melodischen Refrains (insbesondere die mehrstimmigen Parts) zucken dann aber doch im Öhrchen.
Die neuen Tracks "My Only Cure" und "Big Choruses", die man hinten drangehangen hat, kommen dann sogar arg punk-lastig daher, die Videos, die wir dazu auf der Enhanced CD finden sind leider eher schlecht als recht. Da sehen wir's auch nochmal direkt! Da rennt man im Hochsommer mit der Gitarre durch die Party und schreit. Ja, mehr und nicht weniger ist es dann auch. Warum mir das alles trotzdem noch besser gefällt, als die Konkurenzherren von My Chemical Romance ist jetzt natürlich arg verwunderlich, aber daran soll's ja nicht scheitern.
Recover legen hiermit ein Album vor, dass auf jeden Fall zu entbehren ist, wenn nicht sogar gänzlich unnütz, für's offene Verdeck von Zuhause zur Tanke und zurück reicht's aber dicke. Wenn's dann regnet, hat der Hörer natürlich den Arsch offen. Im Herbst ziehen Hits wie "Fuck Me For Free" dann nämlich nicht.
"This May Be The Year I Disappear" sei jedem Skater und Sonnen-Fetischisten ans Herz gelegt!

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Persönliche Highlights:
Disappear, Fuck Me For Free, Crashed, Simple

Offizielle Homepage:
www.killrecover.com

Könnte dir gefallen, wenn dir My Chemical Romance oder Alexisonfire zusagen.

Hörproben:
Offizielle Seite, auf der ihr unter "Hear Recover" drei Songs streamen könnt