Million Dead A Song To Ruin

1. Pornography For Cowards / 2.Breaking The Back / 3. I Am The Party / 4. Charlie and The Propaganda Myth Machine / 5. A Song To Ruin / 6.Smiling At Strangers In Trains/ 7. Mac Guyver / 8.Relentless / 9. The Kids Are Going To Love It / 10. The Rise And Fall

Junge, aufstrebende Brit-Band, experimenteller Screamo mit jeder Menge hochkarätigen Gesangseinlagen und scheinbarem Faible für die frühen At The Drive-In. Wörter, die ihr aus meinem Mund alle schon mal gehört habt. Spätestens, als ich das letzte mal yourcodenameis:milo rezensiert hab.
So weit hergeholt ist das Ganze dann auch nicht mal. Million Dead und genannte Lieblingsband des Autors kennen sich persönlich, werben füreinander und spielen gelegentlich zusammen auf der gleichen Bühne. Wer bei ycni:milo allerdings schon immer Ohrenblutung, Kopfschmerzen oder Paranoia bekommen hat, ist hiermit herzlich eingeladen in die Welt von Million Dead.
Einmal mehr schafft es eine Combo, meinen Musikgeschmack punktgenau zu treffen. Harte Songs mitten zwischen die Augen, stets mit Gefühl und Harmonie im Schlepptau. Begrüßt uns der Opener "Pornography For Cowards" noch mit dreckigen Punk-Riffs und wild herausgeschrieenen Parolen, wird bereits im Refrain klar: das ist Emo-Hardcore vom aller, aller Feinsten. Sänger Frank Turner spielt mit seiner Stimme, wie ein Chorknabe. Er schleudert sie durch sämtliche Oktaven, wie man es ein Bisschen von System Of A Down Sänger Serj Tankian gewohnt ist. Nach zwei Minuten ist die brachiale Kampfansage an Medienlandschaft und Gesellschaft vorbei, und wir kommen in den Genuss der wahren Burner. Nicht ein Hit, nicht zwei Hits, im Folgenden erwartet uns eine ganze Sammlung an einschläigigen Ohrwürmern. "Breaking The Back" kommt recht deftig daher, und schreit, trällert und drischt sich durch Geist und Körper des Hörers. "I Am The Party" punktet durch klare Melodie-Verläufe und abwechslungsreiche Songstruktur, die trotzdem eingänig und sauber bleibt. Wut ist immer dabei, ganz klar, die Gesangslinie bleibt allerdings stets einfach wundervoll, weshalb die Songs nie nach drögen Agressions-Tiraden klingen. Die absolut umwerfenden Lyrics dürften hierbei selbst dem Poesie-verdrossensten Hansmann auffallen, Zeilen wie "And if I’d known that you weren’t so far away, that you were never that far away, I could’ve rode this train smiling" fallen nicht einfach so vom Himmel. "Smiling At Strangers In Trains", aus dem das Zitat nämlich stammt, kann von mir unmissverständlich als einer der besten Tracks überhaupt bezeichnet werden. Da tun sich emotionale Hochgefühle auf, und das spürt man in jedem Riff. Die bemerkenswert schnell runtergeratterten Strophen, die in den Refrains immer wieder in Hochgenüssen der Sangeskunst explodieren, tragen ihren Rest dazu bei.
Schade, dass damit schon die Höhepunkte der Platte erreicht sind, und selbige alle bereits als Single ausgekoppelt wurden. Sicher können Stücke wie "McGuyver", "Charlie And The Propaganda Myth Machine" auf voller Linie überzeugen, die Klasse der Singles erreicht allerdings kein weiterer Track des Albums. Über die zehnminütige Instrumental-Orgie am Ende des Silberlings lässt sich ebenso streiten.
Fest steht auf jeden Fall, dass Million Dead mit ihrer Musik nicht nur den Zahn der Zeit treffen, sondern auch innovative, erstklassige Endprodukte abliefern, die man einfach gehört haben muss! Bei derart bombastischem Liedgut zwinkert man gut und gerne über die kleinen Durchhänger des Langspielers hinweg, und erfreut sich breit grinsend über die wahren Hammer der Band.

* * * * * * * * * *

Persönliche Highlights:
Smiling At Steangers In Trains, I Am The Party, Breaking The Back

Offizielle Homepage:
www.milliondead.com

Hörproben, Videos, Downloads:
www.milliondead.org