Hard-Fi Stars Of CCTV

1. Cash Machine / 2. Middle Eastern Holiday / 3. Tied Up Too Tight / 4. Gotta Reason / 5. Hard To Beat / 6. Unnecessary Trouble / 7. Move On Now / 8. Better Do Better / 9. Feltham Is Singing Out / 10. Living For The Weekend / 11. Stars Of CCTV

Da stehen sie nun. Zu viert. Mitten auf der Straße. Lassen sich von den britischen Überwachungskameras bei erhöhtem Alkoholkonsum und Tanzorgie im Regen filmen. "We're the stars of CCTV / Making movies out on the street / We're the stars of CCTV / Can't you see the camera loves me?"
Aber zuerst die generell wichtigen und abermals durchgekauten Fakten: CCTV, das ist das übertriebene Sicherheitskameradingsbungs aus Greht Brittn. Hard-Fi kommen aus dem industriellen Ghetto, der tote Winkel von Musik und Szene, haben ihre Scheibe in einer Taxizentrale aufgenommen und sind noch taufrisch, man möchte fast sagen, "grün hinter den Ohren". Mit "Hard To Beat" bin ich auf die Jungs aufmerksam geworden, und holla, was war das für ein Moment. Da sitzt man alleine vor seiner Kiste und muss plötzlich die Arme durch die Luft werfen und mit dem Arsch wackeln. Shit, das klingt nach Britpop durch den Disco-Reißwolf gedreht, aber meine Fresse - das hat Biss! Die Folgesingles "Cash Machine" und "Tied Up To Tight" kommen ähnlich tingelnd daher, auch hier blitzt die Discokugel über dem zerkratzten Parkett der Clubbühne. Klar, dass drüben im UK längst die Tanzfläche brennt, wenn der Scheibenreiter die vier hübschen Knaben durch die Boxen dröhnen lässt.
Leider liegt da irgendwo auch das Problem von "Stars Of CCTV". In jeder Textzeile, in jedem Snareschlag, springt mir eine Meute partywütiger Chaoten um die Ohren und fordert mich zum mitfeiern auf. Leider pisst es draußen gerade gewaltig, der Kühlschrank ist leer und der Hamster ist gestorben. Aber okay, stimmungsbedingte Musik ist doch nichts neues. Selbst aber wenn die Sonne scheint, der Kühlschrank mit eiskalten Coke-Flaschen um sich wirft und die Sonnenbrille gleißend blitzt, geht mir Hard-Fi nach sechs Stücken einfach mal auf den Sack. Partyphilosophie in allen Ehren, aber irgendwann kann ich die Wörter "dancing", "drinking" und "weekend" nicht mehr hören. Da helfen auch die tiefgründigeren Lyrics von "Better Do Better", und selbst der Konzept-Ausbruch "Move On Now" in seiner melancholischen Piano-Ruhe, nicht mehr. Bei "Living For The Weekend" mit dem Chart-House-Beat am Anfang ist dann Sense, genug gefeiert.
Wer weiß, vielleicht wär das alles kaum so tragisch, wenn dieses knackige Jugendgefühl und die scheinbare Selbstsicherheit der Band nicht ganz so penetrant nach vorne drücken würde. So allerdings kann ich "Stars Of CCTV" nicht wirklich oft hören, am Stück beinahe garnicht. Wer's mit dem Feiern nicht so hat, lässt lieber die Finger davon. Wer gegen musikalische Midnightfeten allerdings rein garnichts einzuwenden hat, und das auch nicht bei höherem Konsum, der darf relaxed zugreifen und sich auf einen überraschend spritzigen Cocktail freuen.

* * * * * * * * * *

Persönliche Highlights:
Hard To Beat, Move On Now, Tied Up To Tight

Offizielle Homepage:
www.hard-fi.com