65daysofstatic The Fall Of Math

1.Another code against the gone / 2.Install a beak / 3.Retreat retreat / 4.Default this / 5.I swallowed hard like i understood / 6.The fall of math / 7.This cat is a landmine / 8.The last home recording / 9.Hole / 10.Fix the sky a little / 11.Arent we all running

Wir schreiben das Jahr 2376. "Explosions... destroyed our cities." Zwischen scheppernd lauten, langsamen Beats und hunderten von Störgeräuschen erklingt die müde Stimme eines Nachrichtensprechers. "Raised our homes..." Es kratzt, es kracht und aus dem Keyboard dröhnen dumpfe Klänge. Plötzlich ist alles still und piepsig verzerrt spricht etwas zu uns: "Sixtyfive." Plötzlich ist es da, das Brachiale, Stahl, kaputte Metallstreben, schnelle Breakbeats, Klirren und Soundgewitter, hab ich da jemanden schreien gehört? Kopfschmerzen - aber das ist nur der Anfang.
Man muss sich das postapokalyptische Großstadtszenario garnicht vorstellen, wenn man das erste Mal mit dieser Platte konfrontiert wird. Die Bilder von der zerstörten Innenstadt der Zukunft schießen uns ganz automatisch in den Kopf, wenn diese Jungs aus England loslegen. Aus den Trümmern des Atomkrieges steigen sie, greifen sich Computer, Keyboard, Gitarre und Drumset und nehmen ein Artefakt auf. Gesungen wird nicht. Hier draußen muss man Gasmaske tragen.
Sicher ist das alles Hirngespinst, großer Unfug, dahergeschwafelte Hirnrisse. Aber genau diesen Eindruck, dieses Bild habe ich vor mir, wenn ich 65daysofstatic bei ihrem Klangfeuerwerk zuhören darf. Ohne jegliche Gesangseinwürfe spielen sie sich tief in den Kopf, packen den Hörer am Leib. Sie werfen dich mit melancholischen Melodiestrukturen auf den Boden der Tatsachen, um dich noch im selben Song wieder hochzuziehen. Sie schleudern dich mit Wucht, und was für einer, durch die Wand, treiben dir Tränen in die Augen, lassen dich lächeln. Du musst dich nur darauf einlassen. Ohren auf, hinhören. Klar könnte die Band mit Frickelanleihen, anhaltenden, komplizierten Soundorgien und Dreizehnminütern daherkommen - die Grundbasis ist geschaffen. Tut sie aber nicht. 65daysofstatic zielen genau in dein Herz, beeinflussen deine Emotionen mit klaren Songstrukturen, abstrahiert durch die Tonmaschinerie ihrer Köpfe und Hände. Das darf krächzen, das darf rostig sein - scheiß auf Hochglanzproduktion! Das darf rasen, das darf schleppen.
Elf Songs, ein Epos, ein Gefühlsfeuerwerk. Eingängige Fragmente aus den Tiefen der Atombunker, und immer diese Bilder im Kopf. Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnung und Liebe. Die Mathematik hat versagt. The Fall Of Math.

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Persönliche Highlights:
I Swallowed Hard Like I Understood, Retreat Retreat!, Fix The Sky A Little

Offizielle Homepage:
www.65daysofstatic.com