das phantom täglich schreit
sieh wie es sich am geiste nährt
wie es an meinen adern zehrt
sieh wie es meinen schmerz begehrt
und leise dann ins dunkel kehrt
aus dem nichts der sinnesschwärze
der hammerschlag ins hirn laut kracht
gas benzin und eine kerze
das feuer viel zu schnell entfacht
und schon ist alles hier und jetzt
verschollen hinterm augenblick
vergangenes das herz zerfetzt
den kehlkopf schnürt der leinenstrick
gesicht dass ich noch nie gesehen
sich tief in meine knochen brennt
kann mich selber kaum verstehen
gefühl sich vom verstande trennt
und wär es tausend jahre her
ich stets den hass im kopfe hätt
zurückblicken fällt immer schwer
ich les geschichten aus dem bett
ich les geschichten aus den bildern
les geschichten aus dem raum
vergangenheit muss niemand schildern
davon erzählt man mir im traum
und wenn ich irgendwann begreife
dass heute nicht mehr gestern ist
wenn ich nur noch ins morgen schweife
und mir nichts mehr im nacken sitzt
dann freut euch mit die ganze nacht
denn dann bin ich befreit
doch bis dies irgendwann vollbracht
das phantom täglich schreit.
.hannes naumann