nachtwanderer

so läuft er hier durch nacht und stadt
wohin sein schritt ihn trägt
das himmelsdach scheint flach und matt
auf dass es ihn erschlägt

die kirchturmuhr recht leise schallt
das echo aus der ferne klingt
die morgensonne kommt schon bald
der mond hinter dem berg versinkt

doch noch geschützt in dunkelheit
dort wo ihn keiner sieht
inmitten dieser einsamkeit
der nachtwanderer zieht

er geht nach norden und zurück
und wieder hin und her
noch ein paar schritte, noch ein stück
die straßen gähnend leer

und manchmal wünscht er still für sich
auf nachtwanderers gift
ganz heimlich fern vom wegeslicht
er auf sein ende trifft

die nacht ihn just am halse packt
und ihn zu boden legt
das herz in tausend stücke hackt
und lautlos wieder geht

doch nachtwanderer bleibt bestehen
kommt tag für tag zu hause an
um später wieder loszugehen
weil er nicht anders kann.

.hannes naumann